seoinsider.de/magazin/404-fehler-seo/ 404-Fehler: Warum sie Deiner Website laut Google nicht schaden
Ein 404-Fehler bedeutet, dass eine Seite nicht gefunden wurde. Laut Google ist das kein Problem für die Suchmaschinenoptimierung: 404-Fehler führen zu keiner Abstrafung, schaden den übrigen Seiten einer Website nicht und verbrauchen kein nennenswertes Crawl-Budget. Google rechnet damit, dass Seiten verschwinden, und nimmt solche Adressen nach und nach aus dem Index. Das haben Gary Illyes und Cherry Prommawin von Google in einem Video von Google Search Central bekräftigt, über das Search Engine Roundtable (2026) berichtet. Ob Du einen 404-Fehler behebst, ist deshalb vor allem eine Frage für Deine Besucher und Dein Geschäft: Gibt es eine passende Ersatzseite, leitest Du weiter. Gibt es keine, ist ein 404 oder 410 richtig, am besten mit einer hilfreichen Fehlerseite.
Was ein 404-Fehler ist
Wenn ein Browser oder Googlebot eine Adresse aufruft, antwortet der Server mit einem Statuscode. Der Code 404 heißt „nicht gefunden“. Die Seite existiert unter dieser Adresse nicht oder nicht mehr.
Wie 404-Fehler entstehen
Meist ganz alltäglich: Ein Produkt wird aus dem Sortiment genommen, ein alter Blogartikel gelöscht, eine Adresse beim Relaunch geändert. Manchmal tippt auch jemand eine Adresse falsch oder verlinkt fehlerhaft. Auf jeder Website, die sich verändert, entstehen 404-Fehler. Das ist normal.
Die wichtigsten Statuscodes im Vergleich
Neben 404 gibt es weitere Codes, die bei verschwundenen oder nicht erreichbaren Seiten eine Rolle spielen. Sie bedeuten für Google sehr Unterschiedliches.
| Statuscode | Bedeutung | Was Google damit macht |
|---|---|---|
| 301 | Seite dauerhaft umgezogen | folgt der Weiterleitung zur neuen Adresse |
| 404 | Seite nicht gefunden | nimmt die Adresse mit der Zeit aus dem Index |
| 410 | Seite dauerhaft entfernt | ebenfalls Entfernung, als Signal für „bewusst gelöscht“ |
| 500 bis 503 | Fehler auf dem Server | kann das Crawling verlangsamen |
| 429 | zu viele Anfragen | wird wie ein Serverfehler behandelt und bremst das Crawling |
Was Google über 404-Fehler sagt
In der Videoreihe „Non-Canonical Cabinet“ räumen Gary Illyes und Cherry Prommawin mit einigen hartnäckigen Annahmen auf. Neu ist das nicht, aber es ist eine gute Zusammenfassung. Die Kernaussagen lassen sich in drei Punkten festhalten.
Keine Abstrafung, kein Schaden für andere Seiten
Ein 404-Fehler betrifft nur die Adresse, die nicht gefunden wird. Die gesunden Seiten Deiner Website rankt Google weiter wie bisher. Es gibt keine Strafe dafür, dass Seiten verschwinden.
Der Mythos vom Crawl-Budget
Oft heißt es, viele 404-Fehler würden das Crawl-Budget aufbrauchen, also die Zeit, die Google für das Crawlen einer Website aufwendet. Laut Google stimmt das nicht. Normale 404-Antworten führen nicht dazu, dass der Rest der Website seltener gecrawlt wird.
Serverfehler sind das eigentliche Problem
Anders sieht es bei Fehlern der Gruppe 500 und beim Code 429 aus. Sie zeigen Google, dass ein Server überlastet ist oder Anfragen begrenzt. Dann drosselt Google das Crawling, damit der Server nicht weiter belastet wird. Häufen sich solche Fehler, lohnt sich ein genauer Blick auf Hosting und Technik.
Wann Du einen 404-Fehler beheben solltest
Ein 404-Fehler ist kein SEO-Problem, kann aber ein Problem für Deine Besucher sein. Die Entscheidung hängt deshalb davon ab, ob die alte Adresse noch genutzt wird.
Wenn die Seite noch Besucher oder Links hat
Kommen über eine tote Adresse noch Besucher, etwa über alte Links von anderen Websites oder Lesezeichen, verlierst Du diese Menschen auf einer Fehlerseite. Hat die Adresse wertvolle Backlinks, geht deren Wirkung verloren. In beiden Fällen lohnt sich eine Weiterleitung auf eine passende Seite.
Eine Szene nach dem Relaunch
Eine Inhaberin öffnet nach dem Relaunch ihres Shops die Search Console und sieht eine lange Liste mit nicht gefundenen Seiten. Ihr erster Impuls: alles auf die Startseite umleiten. Ein Blick in die Daten zeigt, dass fast alle Adressen alte Varianten von Produkten sind, die niemand mehr aufruft. Nur eine Handvoll bekommt noch Besucher, und genau die leitet sie auf die passenden neuen Seiten um.
Wenn niemand die Adresse mehr aufruft
Hat eine verschwundene Seite weder Besucher noch Links, musst Du nichts tun. Google nimmt sie mit der Zeit aus dem Index. Eine Liste mit 404-Fehlern in der Search Console ist für sich genommen kein Grund zur Sorge. Prüfe die Adressen nach Besuchern, Links und geschäftlichem Wert.
Das Drei-Schritte-Vorgehen von Google
Für verschwundene Seiten empfiehlt Google ein einfaches Vorgehen. Es beginnt mit der Frage, ob es einen echten Ersatz gibt.
1. Auf eine passende Seite weiterleiten
Gibt es eine Seite, die denselben Zweck erfüllt, leitest Du die alte Adresse dauerhaft mit einem 301 dorthin weiter. Ein Nachfolgemodell ersetzt das alte Produkt, ein überarbeiteter Ratgeber den alten Artikel. Wichtig ist, dass Besucher dort finden, was sie gesucht haben.
2. Sonst 404 oder 410 zurückgeben
Gibt es keinen passenden Ersatz, ist ein 404 oder 410 die ehrliche Antwort. Beide sagen Google, dass die Seite nicht mehr existiert. Der Code 410 drückt aus, dass sie bewusst und dauerhaft entfernt wurde.
3. Die Fehlerseite hilfreich gestalten
Eine gute 404-Seite sagt freundlich, dass die Seite nicht gefunden wurde, und bietet Wege weiter: ein Suchfeld, Links zu den wichtigsten Kategorien oder Leistungen und eine Kontaktmöglichkeit. So verlieren Besucher nicht die Orientierung.
Warum Du nicht alles auf die Startseite umleiten solltest
Viele Websites leiten jede tote Adresse pauschal auf die Startseite um. Das wirkt aufgeräumt, schadet aber mehr, als es nützt. Google rät ausdrücklich davon ab.
Verwirrung für Besucher und für Google
Wer einen bestimmten Artikel sucht und auf der Startseite landet, weiß nicht, was passiert ist. Er sucht weiter oder geht. Google wiederum behandelt solche Weiterleitungen ohne passendes Ziel oft wie einen Fehler. Und Deine eigenen Daten werden unklar, weil Du nicht mehr siehst, welche Seiten eigentlich fehlen.
Weiterleitungen beim Relaunch planen
Am häufigsten entstehen viele 404-Fehler auf einmal bei einem Relaunch. Hier entscheidet ein vollständiger Weiterleitungsplan darüber, ob Rankings erhalten bleiben. Wie das geht, beschreibe ich auf der Seite zur Relaunch-Begleitung. Statuscodes, Weiterleitungen und Serverfehler prüfe ich außerdem bei jedem technischen SEO Audit. Wenn Du unsicher bist, welche 404-Fehler auf Deiner Website wirklich wichtig sind, schaue ich sie mir im kostenlosen Erstgespräch an.
Grundlage dieses Artikels ist der Beitrag „Google Explains Why 404 Errors Aren’t Scary“ von Barry Schwartz bei Search Engine Roundtable vom 28. Oktober 2026 über das Video „Should we be scared of a 404 status code?“ von Gary Illyes und Cherry Prommawin aus der Google-Reihe „Non-Canonical Cabinet“. Die Grafik habe ich auf dieser Grundlage selbst erstellt.
Häufige Fragen
Schaden 404-Fehler meinem Ranking?
Nein. Laut Google führen 404-Fehler zu keiner Abstrafung und schaden den übrigen Seiten Deiner Website nicht. Nur die Adresse, die nicht gefunden wird, fällt mit der Zeit aus dem Index.
Verbrauchen 404-Fehler Crawl-Budget?
Laut Google nicht in nennenswertem Umfang. Normale 404-Antworten führen nicht dazu, dass der Rest der Website seltener gecrawlt wird. Serverfehler und der Code 429 können das Crawling dagegen bremsen.
Soll ich 404-Fehler auf die Startseite umleiten?
Nein. Leite nur auf eine Seite weiter, die wirklich denselben Zweck erfüllt. Gibt es keine, ist ein 404 oder 410 mit einer hilfreichen Fehlerseite besser.
Was ist der Unterschied zwischen 404 und 410?
Beide sagen, dass eine Seite nicht verfügbar ist. 404 heißt „nicht gefunden“, 410 heißt „dauerhaft entfernt“. Für bewusst gelöschte Seiten ohne Ersatz kannst Du beide verwenden.
Muss ich jeden 404-Fehler in der Search Console beheben?
Nein. Eine Liste mit 404-Fehlern ist für sich kein Problem. Kümmere Dich um Adressen, die noch Besucher, Backlinks oder geschäftlichen Wert haben. Wenn die Daten in der Search Console nicht aktuell wirken, hilft der Artikel zu verzögerten Search-Console-Daten.